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Was ist ein Jobtitel eigentlich wert, wenn er dich morgens im Dunkeln das Haus verlassen lässt – und du abends im Dunkeln zurückkommst, während deine Kinder schlafen?

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder darüber nachgedacht, wie viel Bedeutung wir Jobtiteln beimessen. Titel, die auf Visitenkarten und LinkedIn beeindruckend aussehen und auf die man stolz sein kann. Aber irgendwann stellen sich die Fragen:

  • Was ist dieser Titel eigentlich wert?
  • Was nützt dir ein Titel, wenn du nicht wirksam bist?
  • Wenn dir niemand folgt – nicht, weil du keine disziplinarische Macht hast, sondern weil dir niemand vertraut?
  • Wenn du ihn nicht dafür einsetzen kannst, deine Mitarbeitenden zu entwickeln, ihnen Chancen zu geben und sie besser zu machen?

Die vielleicht wichtigste Frage

Was nützt dir der nächste Karriereschritt, wenn der Preis dafür die Zeit mit den Menschen ist, für die du eigentlich arbeitest?

Natürlich gehören Verantwortung, Einsatz und manchmal auch lange Tage zum Berufsleben. Karriere und Ambition sind nichts Schlechtes. Aber irgendwann sollte man sich fragen, wofür man eigentlich wirklich Karriere macht. Beruflicher Erfolg lässt sich nicht ausschließlich an der Position auf der Visitenkarte messen. Vielleicht ist Erfolg auch:

  • Menschen entwickelt zu haben, die irgendwann besser sind als man selbst.
  • Ein Team aufgebaut zu haben, das auch ohne einen selbst funktioniert.
  • Vertrauen gewonnen zu haben, statt nur Autorität zu besitzen.
  • Abends nach Hause zu kommen und noch Teil des Lebens seiner Kinder zu sein.
  • Morgens aufzustehen, weil man weiß, wofür man es tut.
WiCkeD [br]AIn # h-customZ # h(a)ngover in Hannover

Ein Titel kann dir eine Position geben. Er gibt dir aber keine Wirkung, kein Vertrauen, keine guten Beziehungen und vor allem keine Zeit zurück. Vielleicht sollten wir deshalb weniger darüber sprechen, welchen Titel wir als Nächstes erreichen wollen, und mehr darüber, welche Wirkung wir mit unserer Arbeit hinterlassen möchten.

Am Ende erinnert sich wahrscheinlich niemand daran, wie groß dein Titel auf der Visitenkarte war. Menschen erinnern sich daran, wie du sie behandelt hast, was sie durch dich gelernt haben und ob du für sie da warst. Und deine Kinder werden sich vielleicht nicht daran erinnern, welchen Titel du getragen hast. Aber sie werden sich daran erinnern, ob du da warst.

Und vielleicht ist genau das der Punkt

Man sollte im Leben immer das machen, was man gerne macht.
Nicht das, was auf dem Papier am beeindruckendsten aussieht.
Nicht das, was den größten Titel verspricht.
Nicht das, was andere von einem erwarten.

Sondern das, bei dem man morgens gerne aufsteht, seine Zeit sinnvoll eingesetzt fühlt und abends sagen kann:

Das ist genau das, was ich machen möchte.

Denn am Ende ist Zeit die einzige Ressource, die wir nicht zurückbekommen. Und deshalb sollte man verdammt gut überlegen, wofür man sie investiert.

… be yourself & stay WiCkeD